Petite Messe Solennelle

Zur Aufführung der „Petite Messe Solennelle“ im März 2024 in Gronau. Die „Petite Messe Solennelle“, die „Kleine feierliche Messe“ für Vokal-Soli, Chor, zwei Klaviere und Harmonium ist mit ihrer ergreifenden Tonsprache ein Juwel unter den liturgischen Musikwerken, eine der bemerkenswertesten Vertonungen des katholischen Messtextes, sowohl mit Blick auf die Umstände ihrer Entstehung als auch auf ihre musikalische Gestalt. Rossini komponierte die Messe im Jahre 1863 für die Einweihung der Privatkapelle eines befreundeten Pariser Grafenpaares. Und dort war kein Platz für große Chor- und Orchestermassen, wie sie in ganz Europa typisch für das 19. Jahrhundert waren. Die Messe steht mit ihren äußeren Ausmaßen in der Tradition einer „Missa solemnis“, wurde aber dennoch vom Komponisten mit dem Attribut „klein“ bedacht. Rossini schreibt dazu in einer ironischen Widmung: „Lieber Gott. Hier ist sie, die arme kleine Messe. Habe ich nun wirklich heilige Musik gemacht - oder doch vermaledeite Musik. Ich bin für die Opera buffa (komische Oper) geboren. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“ Immerhin dauert die Messe 90 Minuten. PDF Datei

Abschied von Hans Stege

(s. auch Bericht „Kompetent und beliebt“ vom 05.10.22 WN Gronau)

 Rund um den „Beruf oder die Berufung eines Dirigenten“ ist sehr viel geschrieben worden und fast unzählige Zitate und Anekdoten oder auch Witze sind zu finden. Eine Eigenschaft ist jedoch besonders wichtig, ein guter Dirigent muss in der Lage sein, genaue Probenarbeit zu leisten, seine Sängerinnen und Sänger immer wieder freundschaftlich aufs Neue zu motivieren und sie so auf ein anstehendes Konzert bestens vorzubereiten. Der aktuelle Dirigent des Städtischen Musikvereins Gronau, Hans Stege, erfüllte diese Ansprüche: kompetent, immer fröhlich und sehr beliebt bei allen Chormitgliedern. Nachdem er über viele Jahre die Bass-Stimmen des Chores als Mitsänger verstärkt hatte, übernahm er 2018, nach dem Ausscheiden von Klaus Böwering, die Chor-Leitung und probte auch unter schwierigen Bedingungen wie der Corona-Pandemie fast durchgängig an jedem Montag. Doch sein Beruf als Kantor von St. Antonius Gronau nahm ihn in letzter Zeit immer stärker in Anspruch, dazu kamen noch Chorproben an jedem Abend der Woche, wodurch seine freie Zeit immer geringer wurde, sodass er jetzt, nach vier Dirigenten-Jahren, die Leitung des Städtischen Musikvereins Gronau und die seines Partnerchores, des Städtischen Musikvereins Rheine, schweren Herzens abgeben musste, um in Zukunft etwas mehr Raum zur Erholung zu haben. Am vergangenen Montag fand jetzt im Studio der Brücke die „letzte Probe“, der Abschied statt. Noch einmal zog Hans Stege alle Register seiner musikalischen Fähigkeiten, das „Credo“ aus der „Krönungsmesse“ von W. A. Mozart bei den Sängerinnen und Sängern gesanglich zu vertiefen und zu festigen, jedoch nicht nach dem Motto „Was auf dem Notenblatt steht, interessiert uns nicht, wir singen nach Gehör.“ oder „Wer als erster den Ton trifft, hat gewonnen.“ Nein, Hans Stege legte wie immer überaus großen Wert auf präzise und richtige Töne und einen schönen Chorklang. Anmerkung: Die Aufführung der Krönungsmesse und des Gloria von Vivaldi findet am 27. November 2022 in St. Agatha Epe statt, unter der Leitung von Luis Andrade. Im zweiten Teil dieser letzten Probe erfolgte dann der eigentliche Abschied. Die Vorsitzende, Elisabeth Baudry, überreichte dem scheidenden Chorleiter eine schöne Mappe mit ausgewählten Fotos aus Hans Steges Zeit im Städt. Musikverein. Sie dankte ihm für das gemeinsame musikalische Schaffen, für zahlreiche Konzertaufführungen als Mitsänger im Bass sowie für die vergangenen vier Jahre als einfühlsamer Chorleiter mit stets exakter Einstudierung und Vorbereitung der anstehenden Konzerte und betonte besonders, dass er beim Adventskonzert 2018 und im Frühjahrskonzert 2019, mit der Aufführung der Paukenmesse von Haydn, bewiesen habe, als Dirigent ein großes Konzert mit Chor, Solisten und Orchester glanzvoll aufführen zu können.. Nicht zuletzt erinnerte sie an gemeinsame Chorreisen, z. B. nach Berlin oder Castellabate/Italien sowie an die „musikalischen Grillabende“ in der „Alten Tenne“, an denen er den fröhlichen Gesang der Teilnehmer stets mit seinem Akkordeon begleitete. Als ein Dankeschön überreichte sie das Buch „Die Orgel – Kulturgeschichte eines monumentalen Instruments“, in welchem die Geschichte der Orgel in Verbindung mit den Wegen der europäischen Kultur dargestellt ist. Dieses sei ganz bestimmt ein richtiges und interessantes Geschenk für ihn, der ja immer wieder sein diesbezügliches Können unter Beweis stelle, zum Beispiel in seinen zahlreichen Orgelkonzerten. Die Zweite Vorsitzende, Maria Könemann, erinnerte an Hans Steges jährlichen Urlaub an der Mosel und überreichte ihm einen Karton mit erlesenen Mosel-Weinen. Hans Stege seinerseits bedankte sich beim Chor für die Geschenke, die hervorragende Zusammenarbeit und das Glück, in den vergangenen Jahren mit freundlichen und netten Menschen musikalisch arbeiten zu dürfen, was ihm immer viel Freude bereitet habe. Mit großem Beifall und einem „Ständchen“ dankten dann die Sängerinnen und Sänger dem scheidenden Chorleiter für seine musikalische Arbeit mit ihnen. Bei einem Gläschen Sekt und dem Austausch gemeinsamer Erinnerungen konnte sich dann alle persönlich von Hans Stege verabschieden. Elisabeth Baudry sprach noch die Hoffnung aus, auf jeden Fall in Verbindung zu bleiben, und wünschte dem „scheidenden Freund“ alles Gute für seine „neue Freiheit“ und viel Erfolg für seine weitere musikalische Arbeit. Eine Verstärkung im Bass bei Konzerten sei immer wünschenswert. Als Nachfolger übernehme die Probenarbeit ab sofort, im offiziellen „Jahr der Chöre“, der erfahrene Chordirigent Ralf Junghöfer aus Tecklenburg. Seine Vorstellung erfolge bald in der Presse. Sie beendete die Feier mit einem Zitat von Yehudi Menuhin: „Die Musik spricht für sich allein.

 Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance.“ Tono Baudry

Elisabeth Baudry uns Maria Könemann beim Abschied.Hans Stege dirigiert das Adventskobzert 2018 Foto Martin Borck.

100 Jahre Einsatz für den Chorgesang, Festakt startet nach dem Konzert am ersten Advent. Ausstellung in der Galerie van Almsick.

                   

Endlich durften Elisabeth Baudry und Marlies Wenner als Vertreterinnen des Stätischen Musikvereins Gronau die Zelter Plakette entgegennehmen. 

Marlies Wenner und Elisabeth Baudry präsentieren die Zelter Plakette und die Urkunde des Bundespräsidenten.  Foto: Frank Krueger Boesing, Studio9 für CVNRW2021Elisabet Baudry, Vorsitzende des Städtischen Musikvereins Gronau, bekommt die Zelter-Plakette Überreicht durch Staatssekretär Klaus Kaiser (Ministerium für Wissenschaft und Kultur NRW) und Regina von Dinther (Präsidentin Chorverband NRW).

Elisabet Baudry, Vorsitzende des Städtischen Musikvereins Gronau, bekommt die Zelter-Plakette überreicht durch Staatssekretär Klaus Kaiser (Ministerium für Wissenschaft und Kultur NRW) und Regina von Dinther (Präsidentin Chorverband NRW).